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Blog · 6. August 2024 · 7 Min Lesezeit

Das Problem mit der Selbstliebe

Ja, wenn wir den grundlegenden Mind-State eines „normalen“ Selbstwertgefühls erreichen wollen…. Wenn wir grundlegend erfolgreich werden wollen, dann müssen wir lernen uns selbst wie wir sind anzunehmen, zu akzeptieren und uns selbst zu lieben. Selbstliebe zu lernen und grundlegend zu erfahren, wird einen in sich sehr unsicheren Charakter festigen, wird in dazu befähigen seinen eigenen Entscheidungen mehr zu vertrauen und somit immer zu grundlegendem Mehrerfolg führen. Betrachten wir aber das Wort „Meisterschaft“ in seiner wörtlichen Bedeutung, wird klar, dass wir die höchste Ebene unseres geliebten Leistungssports, aber auch in Beruf und Privatleben, nicht ohne einen Schritt der persönlichen selbst Optimierung erreichen können. Wir müssen also eine „ehrliche“ und „realistische“ Selbstkritik lernen. Ohne eine realistische Selbstreflektion der eigenen Leistung und Persönlichkeit, werden wir immer an mentale oder physische Grenzen stoßen. Oder aber nicht in der Lage sein, das kurzzeitige Überschreiten der eigenen Grenzen rechtzeitig zu erkennen und im Wettkampf umgehend gegenzusteuern. Geht es um Erfolg auf dem höchsten Niveau, ist es wichtig alle Aspekte der eigenen Persönlichkeitsstruktur zu kennen um entsprechend gegenzusteuern. Zudem ist es einfach zu sagen ich liebe mich wie ich bin, aber ist es richtig? Sollten sie sich überhaupt lieben, wie sie sind? Wenn Sie ein Arschloch sind, dann sind sie vielleicht einfach ein Arschloch und müssen zuerst an ihrer Persönlichkeit arbeiten, bevor sie in einem Teamsport oder aber auch im Leistungssport ansatzweise erfolgreich werden können. Denn… Wenn keiner mit Ihnen arbeiten, keiner Sie trainieren und keiner mit Ihnen zusammen im Team sein möchte, werden sie viel schlechtere Voraussetzungen für Erfolg haben.

Ein Beispiel: Sie neigen dazu cholerisch auf eigene Fehler zu reagieren und laute Selbstgespräche zu führen. Was oftmals mit zu wenig erfolgter Anerkennung seitens eines Elternteils in der frühkindlichen Prägungsphase begründet ist. Wenn sie nun diese Eigenschaft als Teil ihres Selbst akzeptieren, sich selbst lieben und mit dieser Eigenschaft leben… wird folgendes passieren: Sie werden über die negativen Selbstgespräche und die negative Grundhaltung der eigenen Leistung gegenüber nie den unheiligen Selbstsaboteur in Ihnen ausmachen der dafür sorgt das immer was dazwischen kommt,  ein blöder Schießfehler, diese eine unerklärbare Unkonzentriertheit im wichtigen Moment, diese eine blöde Fehlentscheidung als sie auf Ihren Bauch gehört haben. Warum haben Sie es getan? Im Nachhinein scheint dies unerklärbar. Kennen wir nicht alle die unzähligen Trainingsweltmeister, ewigen Amateur Regionalsportler oder die ewigen Zweiten? Sie trainieren professionell und regelmäßig mit hoher Dichte, aber kommen über eine Landesmeisterschaft nie hinaus.
Erkennen Sie nun aber durch eine harte und ehrliche Selbstreflektion das Grundproblem und lösen über Therapiemethoden ihr frühkindliches Trauma, ist es möglich den eigenen Selbstsaboteur in Ihnen aufzulösen. Wie macht sich dies bemerkbar? Auf einmal gibt es nicht zufällig am Abend vor der Meisterschaft einen Beziehungsstreit, der Sie vom Schlafen abhält. Bei dieser einen kleinen Unkonzentriertheit, als es drauf ankommt, in der letzten Passe im Turnier Ihres Lebens… Setzen sie ab, bauen neu auf und gehen mit der 9 nach Hause, anstatt das Ding wie sonst gerade noch so in die 5 zu zittern.

Ein viel wichtigeres Beispiel heutzutage, und vielleicht das, was weltweit den meistern Erfolg im leistungsorientierten Sport und im Business verhindert, ist leider das in Psychologiekreisen so genannte „Nice Guy Syndrom“. Es beschreibt im Groben den Verlust von maskulinen Grundeigenschaften in der Persönlichkeitsstruktur von Männern. Weitgehend begründet durch die weitgehend überfeminisierte Bildung und die rapide ansteigende Zahl von Söhnen alleinerziehender Mütter denen gesunde maskuline Vatervorbilder fehlen. Als toxische Maskulinität wird all das bezeichnet, was Angst macht, ohne darüber nachzudenken das „Leistungssport“ oder „Führungsetagen“ eben genau diese traditionellen maskulinen Werte in ihrem Gesamtkonzept in sich verinnerlicht haben.

Der Verlust von Männlichen Verhaltensweisen führt zu einem psychosomatisch bedingten Abfall der Testosteronproduktion. Betrachtet man den natürlichen Testosteronspiegel von erfolgreichen Leistungssportlern so ist dieser deutlich höher als bei Breitensportlern, auch bei erfolgreichen Sportlerinnen ist dies im Übrigen der Fall. Auch Frauen produzieren und benötigen Testosteron, nur in einem anderen Spiegelverhältnis als Männer. Jegliche Form von Testosteron Addition im Leistungssport gilt als Doping, warum wohl?
Einerseits bildet Testosteron einen wichtigen physikalisch/chemischen Bestandteil, wenn es um physischen Trainingserfolg, Muskelwachstum und Regeneration geht. Andererseits aber, und darum geht es mir, steuert es in hohem Maße das instinktive unbewusste Verhalten in extremen Umgebungen und Stresssituationen. Testosteron wirkt anderen Hormonen und Neurotransmittern entgegen, unter anderem sorgt es für eine deutlich höhere Resistenz gegen Cortisol und alle weiteren Stresshormone. Was war nochmal ein Olympisches Finale? Was war nochmal die letzte Passe des EM-Qualifikationsturniers? Der erste Schuss der WM, während das TV-Team Sie live filmt? Ganz genau, in allen diesen Situationen sorgt ein hoher Testosteronspiegel für resilienteres Verhalten, bessere Entscheidungen und höhere Konzentrationsfähigkeiten im Stress.
Auch Kompetitives Verhalten ist eine Grundlegende männliche Verhaltensweise, die die Testosteronproduktion fördert. Fördern Sie bei einem Jungen den regelmäßigen Wettkampf im jungen Alter, sorgen Sie dafür, dass er sich regelmäßig mit Gleichaltrigen misst. Wenn er nun auch noch körperlich anstrengend trainiert, so sorgt sein gesunder und hoher Testosteronspiegel für Stress resilienteres Verhalten zu Hause und in der Schule. Nicht wie von aggressiven Feministinnen immer behauptet zum Gegenteil. 

Verlieren sie als Mann ihre maskulinen Verhaltensweisen, dann sorgen sie aber automatisch für einen Abfall der Testosteronproduktion. Ein Paradoxon stellt dabei vor allem die Aggressivität als grundlegende maskuline Eigenschaft dar. Um erfolgreich zu sein, müssen sie „aggressiv“ ihre Ziele verfolgen. Sie müssen aggressiv ihre Rechte verteidigen und einfordern und das mit teilweise „störrischem“ oder „sturem“ Verhalten. Wenn sie sich wie eine Fahne im Wind verhalten und von jedem herum geschupst werden können, dann werden sie nie so erfolgreich wie sie könnten. Egal in welchem Bereich ihres Lebens, sie müssen Aggressivität besitzen, das ist nichts Negatives. Negativ ist es nur wenn Aggressivität nicht kontrolliert und kanalisiert verarbeitet wird. Die wichtigste Aufgabe des Vaters ist dem Jungen in der Erziehung beizubringen, wie mit der inneren Aggressivität umzugehen ist, wie er diese eben kanalisieren werden muss.

Eine weitere, im Kontext des sportlichen Erfolgs wichtige, maskuline Eigenschaft ist das Streben nach sozialem Status und die Beanspruchung seiner eigenen Ziele mit Aggressivität und Nachdruck. Ja um Weltmeister zu werden, müssen sie Weltmeister werden „wollen“. Sie müssen es sich einerseits zutrauen andererseits aber müssen sich auch trauen diesen Status überhaupt für sich selbst zu beanspruchen. Sie müssen dieses Ziel gegen alle Neider verteidigen, die Ihnen aus eigener Perspektivlosigkeit heraus schlecht zureden. Aber Sie müssen sozialverträglich bleiben, kontrolliert aggressiv. Ich beziehe mich damit noch nicht einmal auf die physischen Strapazen des Trainings auf internationalem Niveau, diese kommen noch dazu und erfordern rein für sich schon einen enormen Durchsetzungswillen, eine aggressive Eigenschaft.
Sie müssen also zwangsläufig das so bezeichnete „Nice Guy“ Syndrom ablegen und ihre maskulinen Eigenschaften in sich akzeptieren und annehmen. Das müssen Sie in ihren Selbstliebe Prozess integrieren, sonst schlägt dieser gewaltig fehl als Mann.

Wie war das jetzt aber nochmal mit der Selbstliebe? Ach ja, ich bin großartig und gut so wie ich bin. Ich bin ein Waschlappen und das ist gut so, ich liebe mich wie ich bin. Ja, der Christoph der trainiert zwar weniger als ich, aber der hat halt auch einfach viel mehr Talent als ich.

Merken Sie wie einfach es ist sofort eine Ausrede parat zu haben und sich dann einzureden, dass die kleinen Fehler und Unaufmerksamkeiten ja gar nicht so schlimm sind?
Fallen Sie deshalb einfach nicht auf die Falle der „Bedingungslosen Selbstliebe“ herein, wie viele Menschen. Lieben Sie sich, finden sie sich großartig, aber bitte, weil Sie zielgerichtet an sich und Ihrer Persönlichkeit arbeiten.

Jan Veltin Georgi
Jan Veltin Georgi IFAA Weltmeister Team 2023 · Gründer Mind driven Shooting · Autor
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